18. April 2018

Berlin, Germany
Mit Ende Mitte 20, nach zwei ernsthaften Beziehungen & so 'ner selbstzerstörerischen Borderline Geschichte zuletzt,
bin ich eigentlich -beziehungstechnisch- mit allem durch.
Ich würde nicht behaupten wollen, dass ich gänzlich beziehungsunfähig bin, doch meine Aversion gegenüber fremden Menschen und mein ausgeprägtes, geschultes Händchen für kaputte, labile Typen mit Bindungsphobie machen das Thema Partnerschaft aktuell sowieso zunichte.
Ich bin seit geraumer Zeit Single.
Und das finde ich eigentlich ziemlich geil.
Ich mag meine saubere Wohnung, ich mag meine Monopolstellung im Kleiderschrank und ich finde den Gedanken pervers gut theoretisch die Tür beim kacken offen lassen zu können.

Ich bin der Inbegriff einer modernen, frechen Singlefrau wie sie die Cosmopolitan so gerne zeichnet.
Das Resultat einer Jugend begleitet von 6 Staffeln Sex & the City.
Unser Idol: Carrie Bradshaw.     
Ein kettenrauchendes, kaufsüchtiges Flitscherl mit Alkoholproblem.

Und genau das macht meine Großeltern nervös.
Es muss erbärmlich sein im Kegelclub keine Fotos von Enkelkindern präsentieren zu können, sondern nur mein Tinderprofil.
Mich stört das nicht, sage ich jedesmal und lache, mir geht es gut.
Der unausgesproche Gedanke aber bleibt immer im Raum stehen:
Wird das nochmal was?

Ich bin mir der Ambivalenz dessen bewusst, trotzdem gibt es diese post alkoholischen Sonntage an denen ich gern mal wieder etwas Bestätigung Aufmerksamkeit unangestrengten Sex Liebe!, hätte.
Nicht die Liebe die man auf Facebook in der Timeline in Form von hässlichen Babyfotos und mit billigen Brautkleidern zelebriert, noch nichtmal die Große Liebe an sich.
Ich bin verliebt in das verknallt sein.
Ich suche dieses lächerliche, enthusiastische Gefühl.
Die letzte Zigarette teilen, gemeinsam Schnaps aus der  Flasche trinken und barfuß laufen. Mercedessterne klauen, Jukeboxen füttern und auf dem Gepäckträger heim fahren.
Ich möchte das Sommerliebe - Gefühl für mehr als nur zwei Dates.

Nicht ganz selbstlos wage ich mich daher wieder an das Thema Dating ran.
Ich wohne im Epizentrum der Singles, zumindest weit genug weg vom Prenzlauer Berg.
Sich in der Hauptstadt zu verlieben kann ja nicht zu schwer sein.
Hat ja sogar die hässliche Lisa Plenske in "Verliebt in Berlin" geschafft.

Dachte ich.
Fuck you Lisa Plenske und verlogenes Sat1.
Für eine erfolgversprechende Beziehung gibt es in Deutschland, nämlich genau zwei Optionen:
Du heiratest deinen Schulfreund.
Oder verliebst dich im Job.
Mein geschmissenes Abitur und die geringe fuckzeptabilität bei mir im Office lassen mir keine andere Wahl.
Ich muss jetzt zu härteren Mitteln greifen, wenn ich zwischen Tinder und Theke noch etwas abbekommen möchte.

Zum Glück bin ich nicht alleine.
Gleich und gleich gesellt sich ja gern.
Und so werde ich nun, gemeinsam mit meinen frustrierten verzweifelten fabelhaften Freundinnen die modernen Formen der Brautschau austesten und an dieser Stelle berichten.
Damit Oma mal was anderes im Kegelclub vorzeigen kann.



16. April 2018

Berlin, Germany

Ich würde behaupten, dass ich bei Outfitnotfällen und Kleidermangel für viele Freundinnen die erste Anlaufstelle bin.
Das liegt noch gar nicht einmal daran, dass ich einen besonders guten Geschmack in Sachen Mode habe. Meine Freundinnen konsultieren mich hauptsächlich, weil mein Kleiderfundus wirklich für jeden Geschmack etwas bietet.
Mittwoch Mädelsabend, Donnerstag Dosenbier.
Gemeinsam mit meinen Großmüttern, meiner Mami und schwedischen Bekleidungsketten schaffe ich es für jede Gelegenheit und jeden Wochentag modisch gewappnet zu sein.
Neu bei mir im Sortiment: Jetzt auch eine Fetisch Abteilung im Bratwurst- Schrank.
Es mag das Berliner Nachtleben sein, vielleicht aber auch das inflationäre Tragen der Farbe Schwarz, dass ich nun auf so gänzlich ungewohnte Materialien wie Lack zurückgreife.


Auf den ersten Blick birgt die Lackhose durchaus viele Vorteile.
Flecken jeglicher Natur gehören der Vergangenheit an. Weinschorle, Dönerreste oder der Mageninhalt des spanischen Partytouristen auf der Warschauer - alles perlt an einem rückstandslos ab. Ich glaube mittlerweile sogar, dass das erhöhte Lackaufkommen im Berghain vielmehr der Praktikabilität geschuldet ist als der sexuellen Vorliebe.
Nicht unerwähnt darf auch die gesteigerte Streetcredibility bleiben. Das Material schreit nicht nur lautstark: "Sieh her!" (oder provokativ gestyled "Nimm mich!"), sondern drückt auch auf eine wenig zurückhaltende Art und Weise aus, dass dem Träger sowieso alles scheiß egal ist und er auf Konventionen jeglicher Art pfeift.

Der Lacktrend im Alltag Grund genug mir bei H&M im Sale eine Gummihose zu holen. Das Tragen und kombinieren im Alltag lockt sogar mich extrawaganten Mode Messie aus der Comfort Zone.
Es ist nämlich durchaus ein gewagtes Unterfangen sich mit Fetischkleidung vor 22 Uhr auf die Straße zu trauen. Abgesehen davon, dass dich wirklich jeder Vollidiot in der U-Bahn anstiert, machst du beim Laufen Geräusche als ob du auf unnatürliche Weise in kurzen Abständen auf Gummienten treten würdest.
Und dann etwas was bei mir auf gänzliches Unverständnis gegenüber Fetisch Freunde stößt:
Du schwitzt wie ein Schwein in dem Zeug.
Wie machen die das? Gerade wenn es dann auch noch  heiß her geht, muss doch da Arschwasser ohne Ende laufen. Ist das der Grund warum sich alle auch gleich wieder die Klamotten vom Leib reißen?




Die Lackhose im Alltag kombiniert


Es ist jetzt auch ein bisschen lachhaft zu behaupten die Lackhose "downdressen" zu wollen und dann mit einer silbernen Astronauten Daunenjacke daher zu kommen.
Trotzdem hab ich mir Mühe gegeben nicht wie eine übergewichtige Pornodarstellerin auszusehen.
Mit einer Hauptstadt geprüften Kombi aus Schwarz auf Schwarz trage ich die Lackhose im Alltag.
Ein recht schnörkellosen Longsleeve unter meinem Layer Allrounder aus einem lokalen, fränkischen Laden versuch der Hose die plakative Geilheit zu nehmen.
Um nicht ganz satanisch oder wie ein Ville Valo Relikt auszusehen habe ich auf meine Elton John Rocket Man Jacke gesetzt.
Yolo - so ganz leger wär dann nämlich auch nicht meins.


Was sagt ihr? Porno im Alltag oder nicht? 



14. April 2018

Athens, Greece


Mich verbindet ja viel mit Griechenland. Abgesehen davon, dass die Griechen genauso gut mit Geld umgehen können wie ich, habe ich die griechische Kultur während meiner Jugend exzessiv durch meine Schulfreundin Cassandra kennenlernen dürfen.Ouzo trinken, Sirtaki tanzen und mit Knoblauchschnute knutschen.Zeus wusste eben, was knallt.Grund genug der griechischen Hauptstadt einen Besuch abzustatten.

Günstige Anreise nach Athen


Auch wenn ich als Berliner Schwarz präferiere: Die Farben Blau und Gelb verheißen meistens Gutes. Das Abklingen einer schlimmen Prellung, Köttbullar bei Ikea oder eben Ryan Air - das Synonym für unkomfortable aber erschwingliche Flüge.
Dank der ausgebauten Flotte fliegt eigentlich von jeder größeren Stadt mittlerweile eine Billig Airline  für unter 50 € in den Frühlingsmonaten in die griechische Hauptstadt.




Die beste Reisezeit für Athen


Ich habe es eben schon ganz Lindenstraßenmäßig angedeutet: Die beste Zeit für Athen sind die Frühlingsmonate. Sicherlich kann man sich bei 40 Grad durch die schmalen Gassen schlängeln, die Akropolis kurz vor der Atemnot erklimmen und 80% mehr für die Übernachtung bezahlen - man kann aber auch einfach bei 24 Grad entspannt die Stadt erkunden und dem grausigen Deutschen Wetter entfliehen. Der Februar eignet sich hervorragend für ein kurzes, kulturelles Wochenende in der Hauptstadt. Milde Temperaturen, wenig Touristen, und preisgünstige Unterkünfte sprechen dafür. Ein besonderes Spektakel (und geiles Fotomotiv) bildet der Rosenmontag in Athen, denn dann lassen die Locals auf dem Philopáppos Hügel Drachen steigen.

Wie lange nach Athen? 

Athen ist eine pulsierende Großstadt, man kann die Zeit hier immer gut verbringen. Ideal eignet sich ein Aufenthalt von 3 bis 4 Nächten. Gemeinsam mit meiner liebsten Cousine Lea besuchte ich die griechische Hauptstadt für fünf Nächte und wir hatten mehr als genug Zeit um alles zu erkunden und entdecken. Sicherlich schafft man die Sehenswürdigkeiten auch in einen straff geplanten Tagesausflug - darum sollte es aber bei einem Städtetrip gar nicht gehen. Man will die Metropole entdecken, genießen und vor allem: E R L E B E N!

Die griechische Hauptstadt entdecken - 25 Dinge & Tipps, die du in Athen erlebt haben musst 


Athener Nightlife 


Nach einer Anreise in der Touristenklasse einer Billig- Airline hat keiner mehr Lust auf die Akropolis zu klettern. Viel mehr sollte man sich am ersten Abend in das pulsierende Nachtleben von Athen stürzen.
Wer noch vor Sonnenuntergang loszieht sollte sich einen Platz in einer der hippen aber teuren Rooftop Bars in Pláka sichern. Dort schwirren zwar auch einige Touristen rum, aber der Ausblick auf die Stadt und die Akropolis ist hier, gerade bei Sonnenuntergang, am schönsten.


#1 Die besten Rooftopbars zum Sundowner

- Thissio View
teuer, aber zwischen der Bar und dem Göttertempel steht kein einziges Haus mehr, man genießt freie Sicht,

- A for Athens
Das Äquivalent zum Soho House: Hippe, schöne Menschen nuckeln an ihren Cocktails und genießen den Ausblick und laute Musik. Es lohnt sich, um einen Platz zu kämpfen - die sind hier nämlich genauso hart umkämpft wie ein Parkplatz in berlin Mitte

- Couleur Locale
Die Bar ist noch ein echter Insidertipp - hauptsächlich, weil sie so schwer zu finden ist. Zwar ist die Bar weiter entfernt als die Altstadtterrassen, der Blick ist jedoch nicht weniger atemberaubend und es geht hier wesentlich entspannter und authentischer zu.

Athen ist eine junge, arme, kaputte Stadt - die Leute hier feiern ihren Frust weg. Das machte schon aus Berlin ein Mekka für Feierwütige. Egal ob verrauchte Jazzkeller, Tavernen mit Livemusik oder laute Elektroclubs - Athen bietet für so ziemlich jeden Geschmack etwas.



#2 Tanzen und Feiern in Athen - die besten Adressen

- Apanemía
Wir alle lieben Studentenkneipen! Preisgünstige Getränke, ausgelassene Stimmung und niedliche Griechen. Im Apanemía trifft man ökofaschistische Jünglinge die Kette rauchen und sich über den Marxismus unterhalten. Dazu gibt es Live Musik mit links angehauchten Liedern zum Mitsingen. Authentischer geht es nicht.

- Treppengasse der Pláka
Abgesehen von den Touristen, weil in der Altstadt, tummeln sich auch Griechen jeden Alters an der Straße in der ein Lokal neben dem anderen gelegen ist. Aus jedem hallt die Livemusik raus, es werden überall all die geilen Leckerein serviert die dein Körperfettanteil beim Anblick schon in die Höhe treibt und die Stimmung ist bei allen Läden gut.

- Straßen in Psirri Psirri ist das griechische Äquivalent zur Torstraße: Gentrifiziert, überlaufen aber schon schön. Eine hippe Bar reiht sich an die näcshte, die Cocktails sind nicht günstig aber gut. Die Musik ist laut und läd zu späterer Stunde zum tanzen ein.

Sightseeing in Athen - die Highlights 

Um es deutsch und somit effizient zu halten: Besucht die Free Walking Tour in Athen! Immer morgens und am frühen Nachmittag führt ein Local Guide durch die Stadt und zeigt euch in einem zwei stündigen Spaziergang die Sehenswürdigkeiten auf eine unterhaltsame Art und Weise. Man hat genügend Zeit, um sich einen ersten Eindruck von der Stadt zu verschaffen und alle Must Sees von seiner Liste abzuhaken.
Das Beste? Man kommt schnell mit Leuten ins Gespräch und zieht meistens später dann nochmal mit neuen Bekanntschaften weiter. Hier findet ihr alle weiteren Informationen zur Free Walking Tour.

Athen ist jedoch auch ohne große Tour recht einfach fußläufig zu erkunden. Bei einem gemütlichen Spaziergang schafft man es leicht, die Highlight an einem Vormittag abzuklappern.



#3 Die klassischen Top Sehenswürdigkeiten in Athen

- die Akropolis & das Akropolismuseum auf 156 Metern höhe befindet sich der älteste Teil der Hauptstadt. Das UNESCO Weltkulturerbe steht für Demokratie, Größenwahnsinn und Kultur wie keine andere Sehenswünrdigkeit. Am besten besteigt man den Kalkstein Felsen morgens oder in der Abendsonne.

- Dionysostheaterdas wichtigste Theater und die Geburtstätte des griechischen Antike und des Dramas, liegt auf dem Weg zur Akropolis und ist eine schöne Fotokulisse.

- Syntágma Platz Bekannt aus den Nachrichten und daher auch einen Besuch wert. Auf dem Platz vor dem Parlamentsgebäude gibt es Demonstrationen, freilaufende Hunde und Männer in klassischer, traditioneller Tracht.

Für den Fall, dass der Februar doch nochmal mit Regen überrascht, bieten die vielen, tollen Museen eine geignete Alternative. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Sammlungen nur eine Schlecht- Wetter Alternative sind. Diese drei Museen sollte man sich nicht entgehen lassen.


#4 Die besten Museen in Athen

- das Akropolismuseum
geile Architektur von außen, spannend von Innen: Das Akropolismuseum sollte unbedingt auf jeder Bucket List stehen. Die Cafeteria im Innenhof ist ein schöner Abschluss.
Fun Fact: Zwischen 9 und 17 Uhr stehen in der Galerie heiße Archäologen die sich allen Fragen auf Deutsch oder Englisch stellen.

- Nationalgalerie Natürlich kommt man um El Greco hier nicht rum, aber die Kunstgalerie gibt einen schönen Einblick in die Entwicklung der neugriechischen Kunst.

- Archäologisches Nationalmuseum 5000 Jahre zusammengefasst, alles andere als trocken und langweilig. Das wahrscheinlich wichtigste und bedeutenste Museum in Griechenland.



Hipster in Athen - mit dem Jutebeutel durch die Szeneviertel

Hauptstadt heißt eben auch Gentrifizierung. Athen ist eine junge, hippe Stadt und bietet von verwohnten Szenevierteln, bis hin zum Instagramtauglichen Coffeeshop und überteuerster Second Hand Läden alles, was ein Hipsterherz höher schlägen lässt

#5 Die schönsten Viertel zum Flanieren & Fotografieren

- Thisío & Gázi
Die benachbarten Viertel bilden die Heimat der alternativen Szene von Athen, Straßenhändler verkaufen Essen, das Industriegebiert bietet viel junge Kunst und Kultur.
In den alten Pferdeställen "The Sowl" finden abends Vernissagen oder Live Konzerte statt, das Nightlife hat sich rund um die Persephone Straße angesiedelt.
- Exárchia
Problemviertel, Drogenumschlagpunkt und deswegen gerade wahnsinnig gehyped. Coole Streetart trifft auf Szene Restaurants und bildet somit das Griechische Äquivalent zu Neukölln.
- Metxourgío 
Im Stadtteil wohnten viele Ausländer und Einwanderer bis der Wohnraum immer weiter verfiel und leer stand. Dann kamen junge Künstler die hier ihre Galerien eröffneten und bald kommt Starbucks.


#6 Shoppen in Athen - die besten Adressen

- Monastraki
Hübsches Viertel mit kleinen, lokalen Shops von jungen Designern und Künstlern. Morgens und abends, wenn die Shops geschlossen sind, sieht man coole Streetart Malerein an den geschlossenen Fronten und Rollos der Läden. Sehenswert!
- Kilo Shop
Schönste Auswahl an Pailettenkleidern und Vintage Levi's. Ebenso in Monastraki gelegen und bezahlt wird wieder nach der Waage.
- The Poet - Sandalmaker 
Echte & bezahlbare Ledersandalen die nach eigenen Wünschen angefertigt & verschönert werden.


#7 Authentisch und lecker Essen - Athen's beste Restaurants


- Avocado
Bezahlbares und stylisches Restaurant, das Organic Food serviert
- Bakery of Psirri
24 Stunden Bäckerei, die gerade nach dem Feiern sehr beliebt ist.
- Nolan
Lieblingsrestaurant in Athen, was ein wenig an der schönen Innenarchitektur lag und natürlich an dem hammer Mix aus japanisch& griechischer Küche.
- Avlí 
Coole und hippe Taverne mit traditioneller Küche und Getränken


#8 Schlafen wie die Götter - Hoteltipps für Athen


- The Circus Hostel
Coole Lage, günstig und schöne Unterkunft und die besten Mitarbeiter. Coole Jungs, die einen mit guten Insidertipps versorgen.
- Semiramis 
Ruhig gelegenes Boutique Hotel.
- Aris Athens Suites 
Coole und schöne Appartments, leider etwas abseits.



Alle Athen Highlights findet ihr hier auch nochmal in der Übersicht auf der Karte. Diese könnt ihr euch einfach bei Google abspeichern.



Selbst schon mal in Athen gewesen? Lasst mir gerne eure Insidertipps da. 

10. April 2018

Berlin, Germany
Wow!
Meine Zuverlässigkeit in Sachen Blog lässt sich gleichsetzen mit der der öffentlichen Berliner Verkehrsbetriebe.
Doch wie Britney Spears brauchte ich eine kleine Depression kurze Schaffenspause um wieder in die Tasten hauen zu können.
Und siehe da:
Eine Trennung, einen Umzug und ein paar Weißweinflaschen später beglücke ich euch auch schon wieder mit meiner narzistischen, medialen Präsenz.

Bratwurstmadl: Das Comeback. 


Ich hab es eben schon wie in einer schlechten Lindenstraßenfolge angeteasert. Neben meinem Beziehungsstatus und meiner Konfektionsgröße (Frustesser,damn!) hat sich vor allem mein Wohnort geändert.
Ich bin jetzt wieder Influencer verdammt!
Da gibt es nur zwei legitime Meldeadressen:
Lufthansa Business Lounge oder Berlin.
Nachdem ich vor Jahren auf das falsche Pferd und somit auf das topbonus Prämienprogramm der airberlin gesetzt hatte, stehe ich nun da.
Mit leerem Meilenkonto. In der Hauptstadt.

Aber kein Grund melancholisch zu werden. Mir geht es besser denn je, ich bin jetzt Hauptstadt, ihr Bauern.
Ich trinke Sojamilch, kleide mich in hauptsächlich nur noch in all den bunten Schwarz Schattierungen die COS hergibt, brunche Sonntags im Berghain und beziehe mein Gras von einem nachhaltigen Kreuzberger Eigenanbau.
Auf meine bajuwarische Heimat sehe ich verachtend herab und bemängel den Misstand an Spätis und Afterhours.
Ich bin der Inbegriff eines Hipster Arschlochs. Nur mit Designertasche statt Jutebeutel.
Grund genug, um meinen alten Fashionblog zu reanimieren und Selfies ins Netz zu setzen.
So in der Theorie.
Praktisch berichte ich zukünftig wieder über all die schönen und hässlichen Themen die eine Mitzwanzigerin beschäftigen :
Traveln, Tränensäcke und Tinder.

Ich freue mich, dass ihr wieder dabei seid.
17. Januar 2018

Berlin, Germany
 Montag, 21:38. Abflug: 68 Stunden.
Mit einem Detoxtee stoße ich auf mich selbst an. Es ist der Wahnsinn – drei Tage bis zum Abflug und ich befasse mich aktiv mit dem Koffer packen. Fuck that, Planlosigkeit.
Ich hake fleißig To- Do- & Packlisten ab, wasche meine Schlüpfer alle nochmal und stelle mir eine Reiseapotheke zusammen. Ich bin der Inbegriff der Vernunft und euphorisch & optimistisch zugleich dass ich die nächsten 10 Tagen on the road perfekt in mein Reisegepäck unterkriegen kann.
Ich stopfe Outfits nebst Frisier-Heißgeräten und überlege kurz ob ich jetzt offensichtlich erwachsen genug bin mir einen dieser grässlichen „In Case of Loss - please return to“ Anhänger an meinen Koffer zu hängen. Fashion Week kann kommen.


Donnerstag, 13:02. Abflug: 4:28 Stunden.
Ich möchte Schnaps. Jetzt sofort. Ich möchte Schnaps, einen Kopfschuss oder ein neues Flugticket. Kann es sein dass es Karma ist? Ist das die Breitseite dafür dass ich den Obdachlosen kein Kleingeld mehr ins Hütchen schmeiße?
Mein Koffer, fertig gepackt, steht im Gang bereit.
Gleich geht’s los. Für mich. Den Koffer hab ich nämlich nicht mitgebucht.
Fuck that, Spartarif.
Ein nachbuchen ist möglich, wohl aber nicht mehr im Budget.
Ich möchte nochmal in Erinnerung rufen: Ich bin jetzt 10 Tage weg.
Wohl auch nochmal auf der Fashion Week. Mitnehmen darf ich Handgepäck.
H A N D G E P Ä C K.
Dass ist das wo wir frauen unsere Schminke verstauen.
Kurz bin ich davor den ganzen Trip zu canceln und mich in meine Stammkneipe zu setzen.
Dann fällt mir ein dass ich erwachsen bin.
Challenge accepted.

Was folgt sind minimalistische Fashion Week Looks.
Weniger ist mehr und dabei sein ist alles.
Man kann sich eben alles schön reden - wenn man möchte. 


Mütze, Cardigan, Pullover: H&M
Overknees: Anna Field
Jeans: Dr. Denim









2. Februar 2016

Berlin, Deutschland


Ich gestehe - Bratwurstmadl wurde in der letzten Zeit erheblich vernachlässigt. 
Das lag noch nicht einmal an einer Schreibblockade, meinem übermäßigen Alkoholkonsum oder dem Projekt mir den Frequent Traveller Status mit ziemlich vielen -beschissen koordinierten- Flügen zu erschleichen.
Die Wahrheit ist dass es für einen Single in Frankfurt nicht viele Gründe gibt sich schön zu machen.
All die Flachzangen, die Potenzproleten, Bindungsphobiker und Muttersöhnchen sind es eben nur selten Wert die schöne Robe ausführen.
Um mich aber in der verbeulten Hose, dem Pulli mit Zahnpastafleck und meiner Strickmütze bei der man nicht weiß ob ich a) Britney Spears nach Ihrem letzten Absturz b) ein Bankräuber oder c) einfach nur ein Assi bin ablichten zu lassen, nur damit ich etwas online stellen kann - dafür reichte mein Narzissmus dann leider doch nicht.  So gar nicht Bloggerlike, versteh ich schon.
Verstellen willst du dich ja aber auch nicht, Stichwortz Authentizität.
Meine Güte, das musst du außerdem beim Dating schon zur Genüge.
Heutzutage musst du schließlich ein Portfolio an Charakterzügen aufweisen können.
Die Herzliche, die coole Socke, die Emotionale, das sexy Biest - nicht zu vergessen die Sache mit dem Pferdestehlen. Ich mein, come on, hätten die Schauspielerinnen bei GZSZ nur halb so viel drauf müssten die nicht alle im Dschungelcamp abstürzen.
Da ich mich, nach meiner Performance als Bestatter im Schultheater in der 5ten Klasse, gegen die Schauspielkarriere und für ein Leben mit ausgereiztem Dispo entschieden habe bleibe ich wie ich bin.
Authentisch. Abschreckend. Allein. 

Mal ausgenommen zur Fashion Week.
Trotz der Begrenzung des Reisegepäcks, ich berichtete bereits hier davon, zwang mich Lieblingsfreundin Diana mal wieder die Haare zu machen und mich rauszuputzen.
Den Look trug ich zur Fashion Hall zur Schau was sich, angesichts der Berliner Temperaturen und den damit einhergehenden Vereisungen der Gehwege, als eine ziemlich naive und bescheuerte Idee herausstellte. So gar nicht authentisch eigentlich.

Ich trage:
Fransenrock: H&M Trend
Strickpullover: H&M
Overknee Stiefel: via Zalando


11. Dezember 2015

Graben-Neudorf, Deutschland

Vielleicht ist es euch noch gar nicht aufgefallen - aber ich bin wieder blonder geworden.
Um ehrlich zu sein war das gar nicht nötig.
Ich stell mich in letzter Zeit auch so schon dämlich genug an.

Am Wochenende erst.
So ein  fancy Freitagabend einer Mittzwanzigerin. Den Clubs hab ich ja schon vor geraumer Zeit abgeschworen - spätestens dann aber als sich die ganzen funky Remixes und Beats nicht mehr von dem Geräusch einer kaputten Waschmaschine unterscheiden ließen.
Ich stiefelte also, in alter Frankfurter IT Girl Manier- mit fettigem Haar, ohne BH, in Schlafanzugshose & Wollmantel nicht aber ohne meinen Kitten Heel Stiefelchen mit Nietenbesatz, zum Rewe meines Vertrauens um die Ecke.
Ein Freitagabend bei Rewe erinnert übrigens stark an Berlin '45: Schlachtfeld.
Während sich die jugendlichen Assozialen um Hochprozentiges herumschleichen, diskutieren diese modernen, ernährungsbewussten Familien die irgendetwas mit Marketing studiert haben über die Menügestaltung am Wochenende.

Generell betrachtet finde ich ja das Einkäufe viel über einen Menschen, besonders aber über einen Mann aussagen. Zeig mir dein Körbchen und ich sag dir wer du bist.
Ich würde sogar soweit gehen und behaupten dass ich aus Supermarktwaren mehr charakterliche Eigenschaften und Eigenarten  als aus einem minutiös aufgestellten Horoskop rauslesen kann.
Denn Einkäufe sind, im Gegensatz zu den meisten Männern, wenigstens ehrlich.
Die Familienpackung Miracoli zusammen mit dem Kuschelweich Weichspüler, zum Beispiel, lassen sich auf einen ausgeprägten Mutterkomplez zurückführen
Gemüse in Kombination mit einem laktosefreien Aufstrich und einem Biorotwein sprechen für die Freundin die beim einschlafen immer kalte Füße hat und schon in der gemeinsamen  65qm² großen Mietwohnung wartet. Billige Eier aus Bodenhaltung verraten dass der Käufer selbst zur Gruppe "kleine Eier" gehört und die Yogurette im Männer Einkaufskorb gibt uns zu verstehen: Finger weg.

Um aus meinen Einkaufskorb keinen ehrlichen zu machen (zwei Flaschen grüner Veltliner und die neue Ausgabe der InStyle) griff ich zu sogenannten lebensaufwertenden Alibi - Lebensmitteln.
Fläschchen Smoothie, ein Bund Blümchen, Coccktailtomaten, der Winterzauber Tee und ein Eiweißbrot. Nicht dass ich irgendetwas davon brauchte. Oder gar konsumieren wollte. Es macht sich nur einfach an der Kasse gut.
Gerade als ich meine Lebensmittel auf Band legte, überlegte ob ich es noch wagen könnte ein Snickers dazuzupacken und die Kasssiererin die Waren einscannt merkte ich es.
Zwar hatte ich in alter weltrettermanie und voller umweltbewusstsein meinen Jutebeutel eingepackt - nicht aber meinen Geldbeutel. Der lag auf meriner beschissen ehrlichen Malmkommode in meiner Wohnung.
An dieser Stelle möchte ich auch gern noch mal auf mein Erscheinungsbild aufmerksam machen. Ich stand da also, führte die gefühlt kilometerlange Schlange an der Kasse an. Mit fettigem Haar, ungeschminkt und ohne BH und in Schlafanzugshose und konnte nicht bezahlen.
Der Blick der Kassiererin ließ mich erschaudern. Mit ähnlicher Verachtung hat damals nur Sylvie auf Sabia Boulahrouz herabgeblickt. Und ich spürte die Verachtung der Marketingfamilien und Komasäufer im Nacken. Fast lief ich Gefahr mit Biowaren und Red Bull Döschen beworfen zu werden. Es war nicht nur erniedrigend. Es war erbärmlich und vorallem unnötig und bescheuert meiner seits.
Mit meinem letzten bisschen Restwürde und einer gehörigen Portion Mut sagte ich also mit stolzer und fester Stimme: "Ich bin mir nicht sicher ob Sie Provision bekommen. Trotzdem, Ein blöder Fehler. In diesem Laden kaufe ich nicht!"  und verließ gehobenen Hauptes und mit soviel Achtung es mir unter gegebenen Umständen eben noch möglich war den Supermarkt.
Ich wollte das schon immer sagen. Genau wie Julia Roberts eben. Ich bin mir nicht sicher ob es bei mir die selbe Botschaft hatte.
Jedenfalls muss ich mir nun einen neuen Stammsupermarkt suchen.




 MEIN LOOK:
Jacke: Pull & Bear
Jeans: Zara
Schuhe: Buffalo 
Schwarzes langes Ding aus Chiffon: Der Italiener, lokales Geschäft in Nürnberg
grauer Schal: Anokhi











5. Dezember 2015

Frankfurt, Germany



Mein Leben in Frankfurt hat einen neuen Tiefpunkt erreicht.
Ich bin nun einer MOF (Menschen ohne Freunde) Gruppierung beigetreten. Natürlich haben sich die Organisatoren einen anderen, fancy Namen für das Spektakel ausgedacht.
Macht es an sich aber auch nicht besser.
Man darf sich das vorstellen wie eine Ü30 Party in einer Großraumdisco.
Lauter verzweifelte, frustrierte Menschen wie ich.
Resteficken im übertragenen Sinne.
Ich gehe mal so weit und traue mich zu behaupten dass das schon Gründe hat warum hier niemand mit einem Freundschaftsbändchen am Handgelenk steht.
Wir sind die die beim Völkerball niemand in seine Mannschaft wählen wollte.
Der traurige Rest der Fachpersonal an Kundenhotlines zutextet nur um mal wieder ein bisschen socializen zu können.
Mal abgesehen davon, dass das schon erbärmlich genug ist, werden wir weiter erniedrigt. Wir müssen uns ein Namensschild auf die Brust kleben und zwei famos ausgefallene Eigenarten von uns überlegen und auf Zettel schreiben.
Nach langem hin und her entscheide ich mich, nicht ohne stolz, „trinkt mehr Bier als Wasser – auch tagsüber“ und „kann alle Artikelnummer der Balmain for H&M Kollektion aufsagen“.
Wer mich kennt weiß: das beschreibt mich schon ganz gut.
Blöderweise stellt sich heraus dass ich – wie schon in der dritten Klasse bei den Mathetext Aufgaben – die Aufgabenstellung wohl anders ausgelegt habe. Oder einfach einen verschobene Definition von „Einzigartigkeiten“ habe.

Das schlimmste ist dass nach und nach alle Zettelchen vorgelesen werden – laut. Vor der ganzen Gruppe.
Wir müssen dann raten wer so geil einzigartig ist.
Super.
Die Leute um mich herum fiebern mit der selben Begeisterung mit, wie sie ihre Club Mate schlürfen und im Takt von der Indiescheiße aus den Boxen wippen.
Ich schiele heimlich auf mein Handy um mich per Google Maps zu vergewissern dass ich mich tatsächlich noch in Frankfurt aufhalte – und nicht in Kreuzberg.
Als Nikolaus – der auch darauf besteht das man ihn Nikolaus nennt – zugeornet wird dass sein Vorbild Max Frisch ist und er mehr Menschen für den Veganismus, durch öffentlich inszinierte Theaterstücke, gewinnen möchte entscheide ich dass ich ihn nicht für voll nehmen muss.
In Wahrheit bin ich ein bisschen geflasht von seinem Zöpfchen. Ich mein, in Zeiten in denen es der Männerschaft erlaubt ist schönere Duttfrisuren zu tragen als wir sie uns hinfrisieren können frag ich mich manchmal was Männer uns noch alles wegnehmen dürfen. Ist unser baldiges Alleinstellungsmerkmal bald wirklich nur noch unsere Monatsblutung?

Gerade als ich mit einen Gin Tonic ordern will und mich der Barkeeper allen Ernstes fragt was in diesen Cocktail reinkommt, wird meine Affinität zu Bier und Klamotten kundgetan.
Da ich in meinem Pailettenkleidchen und ohne Jutebeutel an der Bar stehe und den Barkeeper als „eine erbärmliche Schande seiner Zunft“ beschimpfe ist man sich recht schnell einig dass es sich um mich handeln muss.
Unnötig zu erwähnen dass ich an diesem Abend nur wenig neue Kontakte knüpfte.

MEIN LOOK:
Schuhe: Asos
Latzhose: H&M
Pullover: Maison Scotch
Poncho: von Mami letztes Jahr zum Geburtstag bekommen