UP AND DOWN.


"Seit 10 Jahren. Seit 10 Jahren bist du ein Teil meines Lebens.
Dass sich unsere Wege immer wieder kreuzen kann doch nur Schicksal sein.

Du interessierst mich immer noch, lässt mich nicht los. Ich kann nicht ohne dich."
Offensichtlich kannst du aber auch nicht mit mir. Natürlich habe ich auch meine Zweifel. Wenn ich wieder eine besonders emotionale Reportage auf Punkt 12 sehe. Oder das falsche Lied zum richtigen Zeitpunkt höre. Und dabei zuviel Rotwein getrunken habe.
Aber es ist so verdammt bequem sich auf das Schicksal zu verlassen und eben nicht das Leben selbst in die Hand zu nehmen. Oder mal die Initiative zu ergreifen.
Ich kann mich nicht daheim auf mein Sofa setzen und darauf warten dass mir alles in den Schoß fällt. Was nützt es mir, vor dem Schlafen gehen, mögliche Gespräche auszumalen wenn ich dann nicht den Arsch in der Hose habe das Wort an den möglichen Gegenüber zu richten?
Und den Arsch hattest du noch nie dazu.
Und wieso, bitte? Wenn du schreist, dann muss ich springen. War ja bis dato auch immer so.
Aber warst du für mich da, als ich dich gebraucht habe?
Und weißt du was, mir reichts
Ich habe die Schnauze voll von diesem auf und ab, der ewigen Karussellfahrt.
Ich steige jetzt ab und nimm mein Schicksal jetzt selbst in die Hand.


MOST WANTED: PRAKTISCH UND GUT.

"Natürlich kann man ohne Hund leben -es lohnt sich nur nicht."
sagte der Herr Heinz Rühmann. Ich mein, davon abgesehen dass der Alte ja sowieso nur an der Feuerzangenbowle hing, stand er mit aller Wahrscheinlichkeit nie um 7 Uhr, total verschlafen, im Wald beim Gassi gehen. Die Schnappsdrossel hatte bestimmt eine Katze.

Hundedame Paula ist ein junger, loyaler und liebenswürdiger Labrador.
Sie bereichert mein Leben ungemein. Zumindest an Hundehaaren, Sabber und zerbissenen Plüschtieren.
Ich nehme gerne in Kauf mir in der früh das Gesicht abschlabbern zu lassen, nur weil Madame es nun nach etwas Aufmerksamkeit dürstet. Auch dass der Hund mir immer auf's Klo nachdackelt ist ok. Weibchen eben. Damen von Welt gehen ja auch zu zweit zum schiffen.
Und ja, ich erfreue mich ungemein daran, mit diesem Rindvieh, die Wiese rauf und runter wie eine bekloppte zu rennen um anschließend unheimlich würdevoll die widerlichen Kackhaufen einzusammeln und einzutüten.
Deswegen, und in Sorge um mein Sprunggelenk, verzichte ich auch auf meine geliebten Hacken beim Spazieren. Man will sich ja von den anderen gegenwärtigen, gehässigen  Hundebesitzern auch nicht blöd anschauen lassen. Dass der Hund grundsätzlich mit mir kuscheln will wenn ich frisch eingecremt bin.
Mit all dem kann ich mich irgendwie arrangieren.

Aber nein, ich kann mich einfach nicht an diesen grausigen praktischen Look gewöhnen.
Auch wenn es einfach wirklich praktischer beim Spaziergang ist.
Aber praktisch, was ist dass den auch für ein beschissenes Wort? Das hört sich wie Praktiker an und -siehe da- der meldete auch eben erst Konkurs an. Haste davon, kommt vom Namen.
Heute hab ich es dann aber mal probiert. Hab mich total in's Zeug gelegt.
Ein schickes Frauchen Outfit, damit ich eben nicht neben Paula abstinke.
Und sieh da, alles da in der Kleiderkammer!
Das Lederhösla, von dem man die Speichelreste ganz easy wegputzen kann. Der Parka, dessen Taschen mit 16 Kilo Hunderleckerlis gefüllt sind. Die Kippling Tasche, mit mehr Seitentaschen und Geheimfächern als es sich Marry Poppins wünschen könnte. Die beschissenen Kackbeutel müssen ja auch verstaut werden. Und flache Schuhe. Wegen nachrennen, und so.
Mit dem kann ich mich arrangieren. Wirklich.


Jacke: Primark // Lederhose: Mavi // Tunika: Vero Moda // Schuhe: Deichmann // Schal: four[ti]four



VIVE LA FRANCE!

März 2010. 

Ich hatte meine ersten Wochen in Paris hinter mich gebracht. Hatte einen nächtlichen Polizeieinsatz in unserem schuhkartongroßen Appartement in Paris- Clichy überlebt, konnte meine morgendliche Chocolat Viennoise Classic im Starbucks in der Rue du Faubourg Saint- Antoine mittlerweile in einem solch überzeugend authentisch- arroganten Französisch bestellen dass es Madame G., meiner ehemaligen Französischlehrerin, wohl die Todsschlappen ausgezogen hätte und ich war so abgebrannt dass ich mir eben nur noch meinen beschissenen Kakao bestellen konnte und den Rest des Tages trockenes Baguette fressen musste.
Es ging mir großartig, hatte ich doch einen ähnlichen Body Mass Index das letzte Mal in der achten Klasse. 
Täglich schlenderte ich, nach der getaner Arbeit, von der Opéra, über die Chaussée d'Antin zum Boulevard Haussmann um mir meine große Nase an den prachtvollen Schaufenstern platt zudrücken. Es hatte etwas unglaublich meditatives mir all die unbezahlbaren Dinge anzusehen um mich dann selbst wie der letzte Penner zu fühlen. 

22. März 2010, 18:09 Uhr.
Ein Schaufenster. Vier magische, rote Buchstaben. Mein internationaler Shopper- Wortschatz übersetze mir gleich das Wort SALE in ganz eventuell vielleicht bezahlbar.
Ein grauer, dreiviertel- Arm Trenchcoat.
C'est magnifique!
Wie hatte mein ganzes bisheriges Dasein nur einen Sinn ohne genau dieses Prachtstück?
Was gibt es sinnvolleres, lebensnotwendigeres als ein Trenchcoat mit halben Ärmel? 
Bei Wind und Wetter? Arktischen Temperaturen? 
Ich reichte meine Karte. Hielt die Luft an und wartete. Darauf, dass das Magatell einen Beleg ausspuckte. Und sich ein mittlerweile vertrautes Piepsen zwischen mir und meiner neuen Liebe in den Weg stellte.
Da der liebe Gott ja bekanntlich in Frankreich wohnt und sich - merci, beaucoup - anscheinend genau im selbigen Geschäft aufhielt (scharf gewesen auf die Stiefel, was?) gab es kein halten mehr.
Sie kam, sah und kaufte. 
Niemals fühlte ich mich mehr Parisienne.
Natürlich hatte dieses zügellose Verhalten auch seine Konsequenzen. 
Ich hatte den restlichen Monat kein Klopapier und keine Kaffeefilter mehr, aber der mantel war den verschissenen Arsch wert!


Kleid: Pull&Bear // Trenchcoat: Attentiv // Strumpfhösla: Primark // Kette: DerItaliener // Schuhe: Peter Kaiser

Der Star neben meinem Mantel? Das ist Paula, mein Herz. 

GUT GETARNT!

Manchmal, da braucht es nicht viel.
Da möchte man nicht "Hallo, hier bin ich!" schreien. Und schon gar nicht in modischer Hinsicht.

Wenn die Poren so verstopft wie die Mülleimer an Bushaltestellen sind und die Haare schlimmer aussehen als Britney Spears' Extensions, dann ist es auch mal in Ordnung unterzutauchen. 
Eben nicht die rote Lederhose oder den Leoparden Pencil Skirt anziehen. Sondern in den Straßen der Stadt mit dem - mal weiterhin- angesagten Camouflagelook untertauchen. 
Morgen ist mir dann wieder nach modischen Abenteuern zu mute. 


GRÜN IST DIE FARBE DER HOFFNUNG

In Zeiten des heutigen Größensystems von H&M ist es verdammt schwer nicht die Hoffnung und die Lebensfreude zu verlieren. Niemand kann mir erzählen dass Optimismus eine Einstellungssache ist.
Spätestens beim dritten Versuch, das hübsche Strickkleid in Größe 38 ohne Vaseline und der Hilfe der besten Freundin anzubekommen, ist es mit der Geduld und der positiven Lebenseinstellung vorbei.
Bei mir zumindest.
Da es mir mein aktueller Kontostand nicht erlaubt, meiner Zornesfalte auf der Stirn ein schnelles Ende mit Botox zu bereiten bin ich auf eine andere Methode angewiesen:
Farbtherapie!
Grün ist, wie der Volksmund schon weiß, nicht nur die Farbe der Hoffnung sondern wirkt zudem noch beruhigend und fördert die Konzentration.
Was also tun wenn H&M meinen modischen Begierden im Weg steht?
Grüne Hose an und nur nicht die Hoffnung verlieren.
Und mal weiter zu Zara ziehen.


WIR TANZEN AUF DEN TISCHEN...DIE STIMMUNG IST BESCHISSEN


Ich bin raus. Schon seit ein paar Jahren. Tanzte ich mit 18 noch, wie der Lump am Stecken, die Nächte und die Absätze der neuen Schuhe durch, tue ich mir mittlerweile schon schwer in meinen Hacken zum Taxi zu stöckeln.
Von Zeit zu Zeit juckt es mich dennoch. Als ob ich mir beweisen müsste dass ich es doch noch kann. Könnte, wenn ich denn nur wollte. Und so stürzte ich mich Samstag Abend in das wilde und zügellose Nachtleben der Nürnberger.

Um 21: 00 Uhr sollte ich meine Begleitung des Abends abholen. Um 21:17 Uhr hatte ich mich zum vierten mal umgezogen, einen Lidstrich gezogen der mehr einem EKG mit Vorhofflattern glich als sexy Somkey Eyes und so überhaupt nicht mehr das Bedürfnis mich von meiner Couch und meinem heimatlichen Nest zu entfernen. Nichtsdestotrotz kehrten wir, sogar pünktlich, gegen 22:00 Uhr zu unserem vereinbarten Treffpunkt vor dem Etablissement am Stadtpark ein.
Schließlich waren wir bereit uns in die pulsierende Menge zu mischen und stöckelten in den Club.
Sexy. Wild. Abenteuerlustig.
Nun, der erste Eindruck war ernüchternd.
Schließlich waren wir die einzigen die sich bereit sahen für eine wilde Partynacht.
Im Club herrschte gähnende Leere, die Kellner zählten noch ihre Kaffeebohnen und gaben noch nicht mal vor, sich über die ersten Idioten Gäste des Abends zu freuen.
Hatte ich ja auch schon wieder glatt vergessen. Welcher Trottel geht denn um 22:00 Uhr weg?
Ha, da fangen die hart gesonnenen noch nicht mal mit dem Vorglühen an.

Nach einem Maul voll Welcome Drink machte ich es mir auf dem Barhocker für ein erquickendes Ruhepäuschen bequem. Ich war geplättet. Nicht nur dass es noch mehr Idioten wie uns gab, die einen Abstecher zum "abtanzen" zwischen Tagesschau und Mitternachtsnachrichten machen. Nein, die Leute um mich herum waren alle einem "Schwiegertochter gesucht Casting" entsprungen!
Stone- washed Schlaghosen, Netzhemden und Strumpfhosen in Sandaletten. Wieso zur Hölle hab ich mich vier mal umgezogen?
Neben mir sabberte ein Oberlippenbärtchenträgen ein Mädchen im Alter seiner Tochter voll.
Wild. Widerlich. Pädophil.
Was war nur aus in Würde Altern geworden?

Und was ist verdammt nochmal aus den Zeiten geworden als der DJ noch gute Musik spielte? Der Mann an den Turntables gibt sich besonders große Mühe nur den größten Scheiß zu spielen um garantiert jeden Tanzwilligen vom Dancefloor zu jagen.
Das Gute an der Musik? Sie ist wenigstens so laut dass ich ungehört pupsen kann.

Gegen 01:30 kapituliere ich. Mir doch scheiße egal. Ich bin alt geworden. Mag sein. Aber den scheiß muss ich mir wirklich nicht mehr geben.
Für ein bisschen Zügellosigkeit gehe ich beim nächsten mal zu Burger King.
Dort bekomme ich wenigstens für mein Eintrittsgeld ein Crispy Chicken Menue dazu.

WAHLZEIT MITEINAND UND SCHÖNEN SONNTAG! (angezogen: den Curry King)


In einer Stadt die hauptsächlich für Ihren schlechten Fußball und dem würzigen Weihnachtsgebäck bekannt ist, gibt es wohl nichts aufregenderes als einen schönen, gediegenen Sonntag.
Gerade zur Herbstzeit.
Du musst keine Gedanken an den Wochenendeinkauf verschwenden, geschweige denn nochmal los zu Kaufland. Die Geschäfte sind geschlossen, du hattest gestern die Chance Dosen- Ravioli und - Radler zu erwerben oder du zauberst eben das Sonntagsmahl aus dem was dein Kühlschrank noch hergibt:
Senf und Parmesankäse.
Kein ständiges Klingeln des Handys, um noch eben die Abendplanung oder das Outfit zu besprechen. Überhaupt gibt es ja gar keinen Grund sich über Outfit Gedanken zu machen.

Ausschlafen bis Mittags, fettiges Essen vom Lieferservice und Hochland Gouda Scheiben, direkt aus der Packung, als Zwischenimbiss hinten nach. Oftmals verlasse ich noch nicht mal das Haus an diesem wunderbaren Tag in der Woche.
Sonntags geht es ohne Drama von Hypnose zu.
Sonntags benutzt du, wenn überhaupt, die Wimperntusche von p2.
Mein Highlight des Tages?
19.05 Uhr auf RTL.
Ja, es schickt sich nicht es zuzugeben. Aber es scheint als wäre, neben dem Erwerb von teurer Fußbekleidung, Trash TV meine große Leidenschaft.
Es ist mir durchaus bewusst, dass es eine ähnlich schlechte Eigenschaft wie Rauchen zum Beispiel ist. Leider habe ich noch keinen inspirierenden Buchtitel von Allen Carr diesbezüglich gefunden. "Endlich Arte Themenabend" oder so.
So feiere ich den Sonntag Abend mit Gouda und Asti bei Schwiegertochter gesucht. Und freue mich über die spitze Zunge von Timo, den Morgensport bei Akki und den Kochkünsten von Andrea's Mama.
Für den Taxifahrer zaubert die Dame des Hauses schon mal einen leckeren Curry King aus der Mikrowelle.
Bewundernswert, denn selbst dafür bin ich ungeschickt genug. Aber wieso auch den Curry King auf den Hüften wenn man ihn doch auch sich um den Hals wickeln kann?
Der Schal hält, ebenso wie der Hüftspeck natürlich, schön warm. Lässt sich aber nach Bedarf wieder abwickeln. Funktioniert an den Problemzonen nicht. hab ich schon öfters ausprobiert.

FREUNDSCHAFTSREGEL NR.34

 

Freundschafts Regel Nr. 34:
Gute Freunde kommen wieder. Und bleiben für immer.

So brüllte es mir heute der TV Werbespot von Ferrero Küsschen entgegen. Nicht nur dass in dem Spot an Statisten gespart wurde, nein, diesen Penner habe ich auch meinen spät abendlichen Schoko Heißhunger zu verdanken. Eh lachhaft, oder? "Guten Freunden gibt man ein Küsschen.
Tatsächlich aber würde ich nur äußerst selten auf die Idee kommen meine Schokolade mit Freunden zu teilen. Zumal du ja nur einmal einatmen musst und schwups... ist die Packung ja auch schon wieder weg.
Da differenzierst du einfach und überlegst nochmal genau.
Brauchst du wirklich "gute Freunde"?
Und wenn ja, müssen es wirklich die guten Ferrero Küsschen sein?
Genau so eine Frechheit ist es ja wohl eine harmonische Familie im Werbespot zu zeigen, die sich gemeinsam eine Packung Toffifee teilt. Ich weiß ja nicht was da schief gelaufen ist, aber wenn es bei uns Toffifee gab, da war es aber schnell vorbei mit der Harmonie! Gemütliches gekuschen? Blaue Flecken standen an der Tagesordnung!

Da freut man sich doch umso mehr um die modischen Freunde. Mein querstreifen Pulli wurde käuflichst vor langer Zeit bei H&M erworben und ist so ein ziemlich vielseitiger Gefährt. Und ein langjähriger. Denn Tatsache, kaum dass die Querstreifen weg in den Kaufhaus Kollektionen waren, feierten sie auch schon wieder ihr grandioses Comeback.
Denn wenn sie wieder kommen, dann bleiben Sie für immer. Und fressen dir auch keine Kalorien weg.

TRASH FLASH.


Interessiert am Weltgeschehen, am Puls der Zeit, top informiert. So ist es unser Bratwurstmadl.

Um 23:22 ereilte mich die Nachricht. Per Whats App.
"Schalt SOFORT Sat1 ein."
Froh, von meiner verstörenden Exklusiv Reportage auf RTL 2 umschalten zu können, (wie ein Autounfall. Du musst hinschauen was Schanddall da macht und dabei noch 11 Duplo in den Mund schieben) sah ich es.
Georgina geht in den Container. Na, endlich.
Ich schäme mich ein bisschen. Aber ja, ich stehe auf Trash TV.


KOFFEINMANGEL. DANKE, AMAZON.


Montag, 16. September 2013

Guten Tag, 
vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir werden Sie benachrichtigen, sobald Ihr(e) Artikel versandt wurde(n).
Sie finden das voraussichtliche Lieferdatum weiter unten.
Wir freuen uns auf Ihren nächsten Besuch,
Ihr Amazon Team


Donnerstag, 19. September 2013

Liebes Amazon Team, 
am Montag, den 16. September 2013, bestellte ich gegen 10:13 Uhr meine übliche und monatliche Kaffeeration. Ich weiß das so genau, da ich mir gegen 10:09 meinen zweiten Kaffee des Tages gönnte und mit Schrecken feststellte dass sich die Kapseln bereits dem Ende neigen.
Das liegt bestimmt an meiner lieben Mami. ich freue mich zwar immer sehr, wenn sie mich besucht, ehrlicherweise verquatscht sie sich aber sehr oft in letzter Zeit und säuft meinen Kaffee dann wie Wasser weg.
Das ist eine Marotte von ihr, ich sollte mal mit ihr darüber reden, oder mal eine Cola anbieten. 

Als ausgefuchste Schnäppchenkönigin ist es mir natürlich nicht entgangen, dass ich meine Dolce Gusto Kapseln bei euch wesentlich preisgünstiger erstehen kann als im regulären Einzelhandel um's Eck. 
Da mich nur noch 875,00 Euronen von einem glücklichen und erfüllten Leben mit Chloe Susanna Boots trennen, bin ich auf den kostengünstigen Erwerb zum Stillen meiner anderen Süchte trainiert und spezialisiert.
Ich bin es gewohnt meine Ware innerhalb eines Tages schon in meinen Händen zu halten. Darum war ich optimistisch gestimmt, kündigte doch die Mami wieder einen Besuch an.
Das voraussichtliche Lieferdatum ist nun bereits um zwei Tage verstrichen und trotz halbstündigen Aktualisieren meines Posteingangs, habe ich noch keine Benachrichtigung über den Versand bekommen.

Meine Kapseln sind alle.
Meine Nerven am Ende. 

Heute riss ich dir Tür schon auf als das gelbe DHL Auto nur in meine Straße einbog. Der Postbote zeigte sich, hinsichtlich meiner aggressiven Haltung und des noch fehlendem Tages Make Up auf meinem Gesicht, sichtlich verstört und konnte mir auch nicht weiterhelfen. 
Liebes Amazon Team, ich weiß ihr lehnt eine Tarifbindung bisher ab. Aber eure Mitarbeiter haben wirklich die paar Euro mehr verdient. Sind eure Leute doch von der schnellen Sorte.
Und man kann es den Jungs doch auch nicht verübeln, etwas mehr am Monatsende nach Hause bringen zu wollen. Wird doch eh alles immer teurer. Neulich erst, da habe ich entdeckt dass die Bild Zeitung nun 70 Cent kostet! Na, hört mal, muss ja auch finanziert werden!
Wie gesagt, das Verständnis ist ja da, aber ich habe nun seit zwei verschissenen Tagen keinen Kaffee mehr getrunken und versucht meinen Koffein Sucht mit dem Teein zu bekämpfen. 
Aber ich kann den verdammten Apfeltee jetzt nicht mehr sehen und muss von dem ganzen Teekonsum pinkeln wie ein Brauerreihengst. 
Ich bitte euch daher um etwas Einsicht und schnelle Verhandlungen.
Außerdem sollten eure Leute schnell wieder die Warnwestchen und Fahnen ablegen. Neongelb und Tomatenrot sieht einfach derbst scheiße zusammen aus.


Liebe Grüße 
eure Tatjana 


ABSTELLGLEIS. (angezogen: Burgundy Leather.)


Ich dachte eigentlich, dass wir damit durch sind. Lederleggings wurden, meiner Meinung nach, schon längst wieder auf das modische Abstellgleis geschoben. Papperlapp!
Gerade im Herbst scheint es das perfekte Beinkleid zu sein.
Schmiegt sich sanft an die durchtrainierten Wadeln, hält wärmer als die blickdichte Strumpfhose (und bringt auch nicht die verhasste Laufmaschengefahr mit sich!) und passt sich dem Anlass entsprechend an.
Grund genug um die weinrote Hose auszuführen. Kombiniert mit dem neuen Kuschel- Wuschel Pullover und den Nieten Brogues, mach ich den Schaffner:
Lederleggins, freie Fahrt richtung Herbst!





HALLO HERBST! ICH FREU MICH.


Auf Facebook, in meinem Google Reader und bei Charivari's Feierabend Radio Sendung.
Überall wird es lamentiert: Der scheinbar plötzliche Herbsteinbruch und der damit verbundene Wetterumschwung. Das Gejammer war gefühlt noch nie so groß.
Jetzt haltet doch mal bitte den Rand, ihr Jammerlappen!
Dauerregen, tristes Grau am Himmel und Temperaturen unter 15 Grad.
Es gibt nichts besseres!, sag ich euch.
Scheute ich mich vor Kurzem noch, davor beim abendlichen Feierabend - Biergarten Besuch die Beine übereinander zu schlagen und somit meinen Tischnachbarn schonungslos einen Blick auf meine Dellen am Oberschenken zu gewähren, zelebriere ich nun mein verdientes Glas Rotwein am Abend in ausgebeulten Jogginghosen auf dem Sofa.
Beine rasieren? Hornhaut hobeln?
Kann getrost auf morgen verschoben werden.
Kakao statt Almased. Bauchspeck statt Bauchmuskeltraining. Der Herbst ist Genießerzeit!
Dabei möchte ich ja gar nicht propagieren sich gehen zu lassen und zu verwahrlosen.
Aber Hand auf's Herz.
Fettige Haare sieht ja auch keine Sau mit 'ner Mütze auf'm Kopf.
Und nach monatelangem Bauch einziehen haben wir uns doch etwas Gemütlichkeit verdient.
Deswegen appelliere ich erneut: genießt es! Und hört auf zu Jammern!







RITUALE.OHNE OPFERUNG.



Der Gottesdienst am Sonntag, Liebestrunkschwüre zum Vollmond oder das abendliche Auftragen der Schrundencreme.
Jeder hat so seine Rituale. Das gibt uns Halt, das baut uns auf.
Natürlich gibt es auch bei mir familiäre Rituale.
Nur weniger im klassischen Stil und mehr modern interpretiert.
Das gibt mir Halt, baut aber primär nur meinen Dispokredit aus und nicht auf!

Samstag Vormittag. Noch immer verstört von der gestrigen Ausstrahlung des Promi Big Brothers und der Lektüre meiner tiefsinniger und geistreicher Klatschzeitschriften kapituliere ich.
Mich dürstet es uns nach Ablenkung, sozialen Kontakten und ...  Geldausgeben Umsatzsteigerung der Textilwirtschaft.
Es wird Zeit für unser Familienritual.

Neben meinem gebärfreudigen Becken und den weiblichen Oberarmen gab mir meine Mami noch Ihre ausgeprägte Freude an Konsumgütern mit auf den Lebensweg.
Da liegt es nahe ganz gemütlich und entspannt den Samstag mit einem gemütlichen Stadtbummel zu beginnen.
Ladylike. Weltgewandt. Und Stilecht.
Von wegen. Wie zwei Idioten wird durch das städtische Einkaufszentrum gerannt um auch ja kein Schnäppchen zu verpassen. Entspannt und Gemütlich?
Wohl kaum. Ich warte darauf, an der Kasse bei Schuh Mücke,neben meiner Mutter, irgendwann einem Herz  - Kreislauf - Zusammenbruch zu erliegen. Und dann ist Mutti, meine persönliche Oberschwester Hildegard, (Oberschwester von Dr. Brinkmann, an alle Kulturbanausen!) außer Dienst und mit Preisvergleich statt Herz-Rhytmus Massage beschäftigt.

Preisvergleich und Power - Walking lassen die Gedanken an die musikalische Wiedervereinigung von Marc -Nachnamen schon wieder vergessen- und Sarah Connor verblassen und machen auch den Einzug von David - Burger King - Hasselhoff in das Auffanglager der ADHS - Assis, etwas erträglicher.
Nach 4 Stunden des verantwortungslosen Umgang mit Geldes, laufe ich zwar über keinen Laufsteg und bekomme, zu meinem Bedauern, auch keine Punkte von mediengeilen Hausfrauen oder einem zynischen Stardesigner, fühle ich mich aber trotzdem besser.
Und das ist doch auch Sinn und Zweck von einem Ritual.








WHATS IN MY BAG?




Schmeißt die Hände in die Luft... 3...2...1.. Partytime!

Freitag!
Zeit für Netzstrümpfe und Stilettos.
Für Cocktails und schummrige Bars.
Für laute Musik und durchtanzte Nächte.

Oder für Dauerregen und düstere Stimmung
Wollsocken und heiße Schokolade.
Bridget Jones DVD und Leute Heute Wiederholungen.

Beim Ausblick aus dem Fenster überkommt mich so gar keine Partystimmung.
Ganz im Gegenteil. Zurück in's Bett und mit einem Schmöker verkriechen.

Party können die anderen machen.
Wer? 
Na, mein Handgelenk! Das läd nämlich im großen Stil zur Arm Party ein.
Arm Party ist auch in diesem Fall eine ausgefuchste Umschreibung für den Wolfgang - Petry Look am Handgelenk.



Der letzte Sommer Tag.


Du spürst die Lebensenergie
die durch Dich durchfließt
das Leben wie noch nie in Harmonie und genießt
es gibt nichts zu verbessern
nichts was noch besser wär
außer Dir im Jetzt und Hier
und dem Tag am Meer
Fantastischen Vier. Tag am Meer

"Warum denn nicht?" Die Sonne war schon lange untergegangen, es war zappenduster und die Luft noch warm. Bis es wieder hell werden würde blieb uns noch eine Stunde."Warum eigentlich nicht?"Keine 10 Minuten später saßen wir in Lotte's kirschroten Ka, nicht mehr dabei als ein paar Handtücher und noch mehr Dosenradler. 239 km lagen vor uns. Kurz vor Müritz tauchte der flammende Ball am Horizont die Autobahn und das umlegende Flachland in sanftes, oranges Licht. Wir drehten das Autoradio so sehr auf dass es nur noch schepperte. Aus den Boxen krachten Fanta4 und auf meinem Unterarm kribbelte es sanft. Ich hatte Gänsehaut. Eine knappe Stunde später parkten wir im Halteverbot und rannten los. An den Dünen vorbei, den knarrenden Holzsteg entlang und jauchzten wie zwei verrückte beim Anblick der Wellen, die sanft schäumend am Strand ausklangen. Wir standen einfach nur da, leckten den salzigen Geschmack von unseren Lippen und lauschten dem Meeresrauschen. Es war perfekt. Der perfekte letzte Sommertag. Natürlich bekamen wir ein Knöllchen. 










Ob die Vogue beim Schlachter steht? (Angezogen: WEINROT!)

Ob die Vogue mit beim Schlachter steht?
Stehen die Designer himself womöglich beim Metzger um's Eck, in der Hoffnung auf Inspiration?
Wurde das New Yorker Meatpacking District schlussendlich nur deswegen so hip?

Bis letzten Herbst hatte niemand ein Problem damit weinrot auch tatsächlich so auch zu nennen.
Und ich meine, es war im August 2012 als es mich von allen Magazinen regelrecht anschrie:
Oxblood. 
Natürlich, das klingt fancy, modern und ein bisschen verwegen. Vorallem aber: neu.
Es klingt neu, denn bis dato hat keine alte Sau was von Ochsenblut gehört.
Vielleicht die Heavy Metaller und Mittelalterfreaks auf Wacken. Könnte mir da durchaus vorstellen dass dort mit einem lecker Kelch voll Ochsenblut vorgeglüht wird und das Wort dadurch auch ohne Probleme in Ihrem Wortschatz etabliert haben.
Für den Rest der Menschheit war weinrot aber doch durchaus namhaft und auch ausreichend.
Und dann kommen unsere Schlachterfreunde daher und nennen es Oxblood.
Was hat euch denn an weinrot nicht gefallen? Dass es die Modefarbe von Autobahnbordells ist?
Hat doch auch was verwegenes.
Aber auch so sehr ich mich gegen die neue Wortschöpfung auflehnen mag, den blöden Trend will ich natürlich trotzdem mitmachen. Daher folgt jetzt auch mein modischer Beitrag zum Thema weinrot.
Nun, egal wie wir es schlussendlich nennen. Es erlebt diesse Saison schon den zweiten Hype. Sind wir aber froh, dass wir die modischen Errungenschaften vom Vorjahr noch einen weiteren Herbst ausführen dürfen. Das freut den Geldbeutel. Und wahrscheinlich auch die Metzger.






Bei meinem modischen Beitrag zum Thema Oxblood wurde ein Rock von mango, ein Primark Shirt für 8 Euronen und Mami's Gürtel getragen. Ebenso meine mit Nieten verzierte H&M Lederjacke und die Sonia Rykiel Treter, bei meinen Allerliebsten besser bekannt als Thomas Gottschalk Schuhe.

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