Frängisch für Anfänger: Longboarden in Nemberch.


Auf Facebook. Instagram sowieso. Und selbst in den seriösen Nachrichten auf RTL II kam ein Beitrag darüber. Es war wie verhext. Alle Welt schien von ihm zu reden.
Der Longboard Sommer.
Ja dann kann das ja nicht so schwer sein, oder?
Ich haderte erst noch etwas. Vor einigen Jahren stellte ich mich, in meinem jugendlichen Leichtsinn, mal auf so ein fesches Skateboard vom Nachbarsjungen. Natürlich nur um selbigen zu beeindrucken.
Und was habe ich davon?
Eine fleischige Narbe an meinem Knie sowie schwere seelische Schäden.
Es wurde auch nichts aus uns.
Da Narben aber sexy machen und ich etwas an meinem Coolnessfaktor arbeiten musste entschied ich mich doch dazu, so ein Longboard käuflichst im Skaterladen meines Vertrauens zu erwerben.
Schon an der Kasse war ich plötzlich saucool. Und auch etwas ärmer.

Nachdem ich mir einen netten, schadenfrohen, geduldigen, langsamen Longboard Lehrer angelacht hatte traute ich mich auch aufs Brett. Erstaunlicherweise ist die Sache mit der Balance gar kein Thema mehr. Ich bin ein wahres Naturtalent. Ich fahre wie eine geborene Skaterbraut im Zeitlupen Modi.
Super gut!
Problematisch gestaltet sich allerdings diese Sache mit den Kurven. Die kommen nicht immer nur plötzlich daher sondern auch noch unausweichlich und mies. Und da bin ich jetzt nicht so überausragend verglichen mit dem stur geradeaus fahren.

Bin ja aber nicht auf der Brotsuppen daher geschwommen. Eine Lösung war schnell gefunden:
Eine neue Route! Keine Sau will auf kurvigen Straßen fahren!
Und wer hätte es gedacht, neben Lebkuchen und Bratwöschdla gibt es in Nürnberg doch vor allem schöne Strecken zum Longboarden. Wo? Na, das verrate ich jetzt!


  • Wiesengrund.
    Ewig lange geteerte Flächen zum freien entfalten des geradeaus Rollens.
    Überragender Vorteil ist dass die U1 quasi parallel verläuft und ich nach 10 Minuten ausgelassenen Fahrens wieder in die U- Bahn steigen kann.
  • Silbersee.
    Gerade für Anfänger rollt es sich besonders schön über die Entenscheiße. Am besten am Mercure parken und dann rauf und runter rollern. Hier lässt sich auch ein tolles Wettrennen zur Imbissbude am kleinen Dutzendteich veranstalten. Der Letzte zahlt die Currywurst.
  • Steintribühne, Stadion und Arena.
    Glatter Untergrund, breite Straßen. Aber Achtung vor den waghalsigen Inlineskater (ja, das machen wirklich noch Leute!) und Autos! Prima: Wer die Schnauze voll hat geht ne Runde Trampolinspringen.
  • Steinbrüchla. Straße vor der Bereitsschaftspolizei.
    Erst bei Peter's Imbiss noch a Schnitzelsandwich reinhauen und dann gegenüber vom Toys in der Gartenstadt einbiegen zur Polizei. Dort ist es sehr ruhig, fast keine Leute stören dort und man kann sich auf das Hin und Herrollen konzentrieren. Eigentlich bin ich nur wegem dem Schnitzelsandwich hergekommen.







Kommentare:

  1. Sehr cool dass du das mit dem Longboarden durchgezogen hast.
    Hatte mir nach einem Kalifornien-Urlaub, bei dem ich einige Boards auf den dortigen Skateparks ausprobiert hatte, auch eingebildet unbedingt eines haben zu müssen.
    Naja zurück geflogen bin ich erst mal ohne das sperrige Ding und nach 2 Trainingseinheiten auf dem Skateboard in der fränkischen Heimat, war´s au´wieder rum mit der "großen Liebe"...

    Viele liebe Grüße

    Lisa

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