Und Thees Uhlmann sang von Abenteuern

30. Januar 2014



38 meiner engsten & bestimmt auch nicht wichtigsten Facebook Freunde teilten innerhalb der letzten Woche immer das gleiche Video. 38-mal reimte mir eine hübsche, blonde Psychologie Studentin etwas von eigener Bequemlichkeit, ja fast schon Faulheit, verpassten Chancen und dem spät – aber dennoch unweigerlich - aufkommenden Reuegefühl vor.
Sicherlich, neu war das ganze nicht mehr. Wurde es zum einen von einem bekannten Chartbreaker ja mehr oder weniger aufgegriffen, zum anderen von Clueso und dem Herrn Poisel irgendwie schon mal besungen. Und vielleicht war es auch nur weil es diesmal eine sympathische Pferdeschwanzträgerin mit Jeansjacke mir vor Augen führte.
Aber 38-mal überdachte ich mal wieder mein Leben.

Muss ich mich schuldig fühlen, weil ich einen Freitagabend in meinen ausgebeulten, kuscheligen und dennoch total hässlichen Jogginghosen den Vorzug gebe?
Weil ich eben nicht mehr- wie noch vor 6 Jahren von Donnerstag bis Sonntagfrüh in den hippen Clubs umherstolpere? Und auch nicht mehr 8 Gin Tonic zum vorglühen trinken kann, weil ich nach 4 schon unterm Tisch liege?
Weil ich unter Garantie mit einem entsetzten „Nein“ antworten würde, wenn Lotte mich nun anrufen und mich für einer Woche Last Minute Urlaub ab morgen begeistern wollen würde?

War ich mit 18 noch mehr dichter als Denker, bläut mir die schreckliche 25 so allmählich langsam Vernunft ein und lässt meine Mami daheim wieder etwas beruhigter schlafen.
Das heißt ja nicht dass ich dem Abenteuer nur gänzlich abgeneigt bin. Aber ich denke eben jetzt, mit Mitte 20, schon zumindest mal an den nächsten Tag.
Und weiß eben, dass ich am nächsten morgen besser und ohne übermäßigen Aspirin Konsum überlebe wenn ich abends Bachelor gucke und nicht mit Studenten Tequila trinke.Warum Pizza Veneziano bestellen, wenn ich doch weiß dass mir die Salami eh viel besser schmeckt?
Trotzdem habe ich einen Klos im Hals wenn ich den Thees Uhlmann lausche, wenn ich von Fabian Sixtus Körner’s Walz lese oder wenn mir der blonde Pferdeschwanz eben was vorrappt. Verdammt, da gibt es doch so viel was man verpasst, oder?

Doch muss man erst pleite, im Ausland und mit Malaria infiziert sitzen um sich als „Abenteurer“ und „Lebemann“ schimpfen zu dürfen? Muss man den immer die ausgefallen Geschichten erzählen um Bewunderung zu ernten? Ist man im Alter nur glücklich wenn man den Bausparer versoffen hat?

Natürlich kann man Max Frisch lesen und sich selbst einen Denkanstoß geben. Sein Leben deswegen aber umzukrempeln ist aber - für den Anfang zumindest – ein bisschen viel verlangt. Schließlich haben wir alle auch nicht die Ausbildung geschmissen und sind ins horizontale Dienstleistungsgewerbe gewechselt weil wir uns von Britney’s „I’m a slave for you“ so unglaublich inspiriert fühlten.
Ich für meinen Teil klicke das Video nun weg, drehe den Herrn Uhlmann aus, schlucke den Klos herunter und eile nun in die Pizzeria um's Eck. Auch wenn es nur Salami Pizza gibt, teile ich Sie heute mit Lotte und Martha und spüle sie mit dem besonders billigen Fuselwein runter.
Und auch das ist ja irgendwie Abenteuer.

Es gibt gewisse Dinge ohne die Frau von Welt den Alltag einfach nicht bewerkstelligen könnte. 
Ja mehr noch, ohne die wir einfach regelrecht aufgeschmissen und am absaufen wären.
Ein Leben ohne Essie's "good to go" Überlack & "hautverfeinernden Clear Up Strips" wäre für mich, zum Beispiel, ebenso unvorstellbar wie ein Dschungelprüfung ohne Larissa Marolt. 
Und Frauen aus allen Gesellschaftsschichten werden mir jubelnd zustimmen wenn ich behaupte: Das wichtigste für das gemein gefährliche Überleben ist wohl eine Umhängetasche!
Mit einer passablen Größe, mit viel Stauraum und somit für eben uns, die wir den Hausstand mitschleppen und gegen Verzicht und Entscheidungsfreude plädieren. Mit einem Träger, der laszive Seitenblicke - auch ohne einer Bodenlandung der Tasche - erlaubt. Und ohne dabei so sperrig und schwer zu sein dass wir uns das Becken zertrümmern wenn wir sie, im Kampf um die Schnäppchen bei H&M, wild hin und her schaukeln.
Ja, selbst die ausgefuchsten Monogramm Axel- Schweiß Täschchen Trägerinner werden mir zustimmen: Ein Foto vom Java - Chip - Chocolat - Cream - Frappuccino - blended - beverage (ernsthaft, verdammt?) in der perfekt lackierten Hand mit dem Smartphone zu schießen und auf Instagram hochzuladen ist eben nur mit einer umgehängten Tasche möglich. Mal ganz davon abgesehen dass eine Clutch, die man zwischen die Beine klemmen muss, absolut behämmert aussehen würde. 

Doch was tun, wenn mir der Sinn nach neuer Umhängeware ist und ich in meinem winterlichen Bergdorf, auf 1930m, zwar Schüttelbrot und Skianzüge käuflichst erwerben kann doch bei Taschen nur die Wahl zwischen Plastik und Jute habe?
Um Stimmbänder und die Nerven des Postenbotens zu schonen entschied ich mich gegen  Aufschrei und einen Kauf beim bekannten Versandhaus und bestellte lieber bei Lieblingstasche.
Ging genau so fix. Und ließ mich bei der Päckchenankunft ebenso debil auf quieken.

Und nachdem Lieblingstaschen hübsche, zeitlose Klassiker - und eben nicht diese Bonbon farbenen  Koffer, die bevorzugt in der Armbeuge getragen werden und einem die Blutzufuhr abschnüren - verscherbelt, werde ich noch lange beide Arme frei haben um nun auch mal überteuerte Heißgetränke mit meinen abgesplitterten und schlecht lackierten Nägeln präsentieren zu können.


What we need: Eine Lieblingstasche.

24. Januar 2014

Besser Spät als nie... und Gut Ding will Weile haben...
Die Sätze mit denen ich mich immer wieder aufbaue, wieder herstelle, wenn ich am Boden liege. Weil ich wieder zu spät auf den Zug der Trends aufgesprungen bin. Mich der Hype kalt gelassen hat und mich eine Zeit lang danach doch noch der Rappel packt und ich den Scheiß eben auch haben muss.
Weil es bei anderen so fantastisch aussah.
Weil ich nur gutes darüber höre.
Oder weil ich zu neugierig bin und verdammt nochmal auch wissen will wer denn eigentlich Bella und Edward sind.
Oder wie meine Muschifalte in Disopants zur Geltung kommt.


Genauso geschehen mit diesen Telefonkabelteilen. Hatten die ersten Fashionitas schon 2012 diese bunten Dinger in Ihre Waller- Waller Mähne eingeflochten, rannte ich noch mit trendigen Scheuklappen durch mein Universum und steckte mein Haar mit den guten alten H&M Haargummis (14862 Stück für 1.99) an meinem Hinterkopf hoch.
Die Einsicht kam schon letzten Sommer. Beim Surfen durch das unendliche und modisch offenherzige WorldWideWurscht stieß ich auf papanga. Haargummis in Knallfarben und geringelt wie das Kabel eines antiken Telefons.
Ohne zu wissen, wieder auf den Zug eines längst abgefahrenen Trends aufzuspringen lud ich meinen Warenkorb voll. Voller Stolz, voller Inbrunst und mit der Gewissheit den nächsten Shit ins Leben zu rufen trug ich meine Kabel im Haar.
Und siehe da: Lotte, Martha und la Mamma. Alle taten Ihre Begeisterung kund und schlossen sich, ganz Trendopfer, der Sache an. Den Wert Lotte's und meiner Bestellung würde ich auch nach stundenlanger Folterung nicht preisgeben.
Beim Preis von 2.60 pro Gummi scheiden sich die Geister. Wieso soviel bezahlen wenn ich doch beim Schweden dafür gleich 80 Stück bekomme. Na, weil Papanga ja angeblich nich so doll die Haare in Mitleidenschaft zieht.
Also, Großbestellung aufgegeben und warten. Auf Splissfreies und wallendes Haar. Dass mit den bunten Dinger wieder hintergeklemmt wird. Um den Trend wieder zu reaktivieren.
Ich glaub dran.




papanga...pa..pa..was?

20. Januar 2014


Frankfurt. Flughafen. Lackschuheträger steigen mir auf meine Reise- Converse. Die sind doch weiß, verdammt. 2 Stunden bis Boarding. Kiosk. Drölf Zeitungen und Magazine mitgenommen, ebenso frisch gepressten Orangensaft und ein paar Bamberger. Das Wort Croissants auf deutschem Boden zu benutzen finde ich immer etwas lächerlich. Duty Free Shopping. Boarding. Paris, endlich Paris.
Die Sonne findet ihren Weg durch die Wolkendecke und kitzelt mich und meine Sommersprossen wach. Lunch im vegetarischen - und trotzdem genialen - da nicht nur frittierte Kürbiskerne serviert werden - Cafe Pinson im Marais und eine kurzes aber schönes Wiedersehen mit meinem ehemaligen Mitbewohner und Kollegen. Kein Ausblick, da jedes Zipfelchen in Paris zubetoniert und bebaut ist und trotzdem ist es die schönste Aussicht die ich mir gerade wünschen könnte. Wenn man das Fenster öffnet hört maden Fernseher vom alten Nachbar,  das Päärchen von oben, welches erst lautstark schreit und anschließend gebührend Versöhnung feiert, man riecht die Tarte Chocolat von la Maman und für den Moment fühlst du dich nicht belästigt, nicht gestört sondern angekommen und zufrieden.
Burger und Champagner im Le Dépanneur. Beschwipste Küsse, die noch so prickelnd wie der Schampus schmecken. Ein ausgelassener, beschwipster Spaziergang über die leuchtenden & lärmenden Straßen. Frühstück auslassen und mit Petit Fours in den Tag starten. Tourispaziergang und mit einer Einmalkamera Schnappschüsse vor jeder Sehenswürdigkeit schießen. Zunge rausstrecken. Grimassen ziehen. Picknick mit Sandwich und Brause und Frisbee spielen auf der Wiese vor Sacre Coeur. Den Reiseführer wegschmeißen und auf eigene Gefahr durch Montmartre schlendern. Cremiges Eis. Auf die Eistüte gespachtelt und nicht in Kugeln abgestochen. Metro fahren. Leute beobachten und über sie mit dem Liebsten herziehen. Den jungen Breakdancern zusehen und etwas Kleingeld dalassen. Café pause im Vintage Café mit hausgemachter Tarte. Die großen Designer in der Rue du Faubourg Saint Honoré links liegen lassen und in den kleinen, bunten, schnuckeligen Boutiquen fündig werden.
Dinner im Le Chapeau Melon, das so klein und überfüllt war dass wir mit zwei süßen, sehr verliebten und sehr klischeehaften Herren uns einen zwei Tisch teilten. Viel Wein. Perfektes Filet de Boeuf. Noch mehr Champagner. Mousse au Chocolat die auf der Zunge zergeht und die selbst die Lippen schokoladig schmecken lässt. Ein Absacker mit den Jungs. Die neue Bekanntschaft. Ein Cocktail. Drei Martinis. Versackt. Charles de Gaulle. Kater. Sonnenbrille selbst im Flughafen nicht abnehmen. Lächeln. À bientôt j'espère.


PARIS SNAPSHOTS

19. Januar 2014

Regensburg. Eine malerische Altstadt an der ich mich nun leider nicht ergötzen kann.
Der peitschende Schneeregen lässt mich mein Gesicht nur tiefer in meinem Schal vergraben.
Die Kälte kriecht von meinem -definitiv nicht wasserfestem - Schuhwerk direkt in die Knochen.
Meine Handschuhe habe ich natürlich daheim liegen lassen. Ebenso wie eine Mütze.
Noch mit Preisschild. Weil praktische Kleidung kauft man nur. Die trägt ein ausgefuchster Modemensch natürlich nicht.

Wie es für mich & mein sonniges Gemüt typisch ist, lass ich mir davon natürlich gehörig die Laune vermiesen.
Nur einen Pfützentritt vom Amoklauf entfernt, stolpere ich vor die mittelalterliche "Schnupf".
Und finde wohl den besten Weg diesem Mistwetter zu trotzen.






Das Café Anna in der ehemaligen Schnupftabakfabrik, im Herzen der schönen Donau Altstadt, vermittelt beim Eintreten schon diese wohlig- warme Atmosphäre bei der man Mantel und Schuhe in die Ecke hauen möchte um es sich mit einem guten Buch und einer Wolldecke bequem zu machen.
Mit den fluffigen Kuchen, cremigsten Cappuccino - Milchschaumträumen und knackig frischen Baguettes fand das wunderschön, gemütliche sofort einen Platz in meinem Herzen.
Studenten, Familien und meine Omi verlaufen sich alle gleichermaßen in dem alten Gewölbe um es sich an der langen Holztafel oder in einem lauschigen Eck eine kleiner Auszeit zu gönnen.
Das Anna ist kein hippes Berlin- Mitte Ding. Das Café ist bayrische Gemütlichkeit, nur neu interpretiert und eben nicht in dieser Hofbräuhaus Manier.
Auch die Preise sind durchaus studentenfreundlich und so zahlte ich nur einen Bruchteil von dem was mich eine "Venti Hot White Flavoured And With Extra Cream and noch mehr Kalorien Chocolate" gekostet hätte.
Ebenfalls angenehm: Kaffee heißt auch so. Und Kakao, heißt Kakao.

Rumliegende Bücher, Tageszeitungen und der süße Barista mit dem goldigen borischen Akzent lassen garantiert keine Langeweile aufkommen und bringen auch mich Muffel wieder in Schwung.














 Vielleicht war es die weiße Schokolade, vielleicht das herzliche Personal oder aber das heimliche Beobachten der anderen Gäste: Meine Amoklauf - Gedanken waren wie weggeblasen.

 Anna liebt Brot und Kaffee - Gesandtenstrasse 5 - 93047 Regensburg




KAFFEEKLATSCH {Regensburg's schönstes Café}

18. Januar 2014


In meinem schlauen (Kalender) Buch steht es seit Wochen!
Seit einem halben Jahr fieberte ich dem heutigen Abend entgegen. Seit einer Woche werde ich, in Betracht des großen Ereignis am heutigen Abend hibbelig. Und heute hat's mich vor Aufregung schon fast zerrissen.
All abendliche Verpflichtungen wurden auf morgen verschoben, dienstliches Handy im Büro vergessen und das Telefonkabel ausgesteckt.

Das Dschungelcamp startet in eine neue Runde!

Mit drölf einem gekühlten Bembel erwarte ich meine Herzensdame Martha gleich zum gemeinsamen schauen, spekulieren und fremd schämen.
Dschungelcamp ist was für RTL 2 Schauer. Hauptschulhof Pöbler. Und Bild- Zeitungsredakteure.
Und obwohl ich in meiner Kindheit nicht übermäßig viel am Klebstoff geschnüffelt habe, gebe ich offen und ehrlich zu, einer der 7 Millionen Zuschauer gewesen zu sein, die der Krönung von Peer Kusmagk vor der Kiste beiwohnten.
Mehr noch: Es erfüllt mich regelrecht mit Stolz, behaupten zu können, dass ich alle 7 Staffel aufmerksamer verfolgt habe als 9 Jahre Gymnasium.
Die nackige Micaela, ein Finale mit Nico Schwanz - GloryLory (huch, noch ein Schwanz!) und der Königin Ingrid, sowie "die aller härteste Dschungelprüfung von allen die noch kommen wird" mit Sarah Knappik.
All das spendet - gerade in den trüben Winter Monaten- soviel Trost, Mut und Zuversicht.
Zeigt, das man selbst mit schlecht komponierten Schlagersongs trotzdem über Los (oh... pardon: in den Dschungel) ziehen kann und seine 120.000 Tacken nebenbei kassiert.
Zeigt, dass man es auch mit ausgenudeltem Hängebusen in die Januar Ausgabe des Playboy schafft. Vor allem zeigt der Dschungel, am nächsten Tag in der Kantine, aber eins: Wie viele Trolle tatsächlich diesen Mist gucken.

Und so starten wir mit den Worten unseres letztjährigen Königs Joey:
Let's getty to ramboooooo Staffel 8!

Let's getty to rambooooo!

17. Januar 2014


Es musste ja so kommen. Nach 18 Monaten bin ich nun offiziell Tirolerin. Laut Pass nicht (- muss ja auch nicht sein!) laut Arbeiterkammer schon.
Wie es sich als Tiroler Madl lebt & ob die Ösis tatsächlich alle Schluchtenscheißer sind kommen wir im Übrigen demnächst auf die Schliche!


PARTYTIME: ICH BIN ÖSTERREICH!

15. Januar 2014

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